Veranstaltungen

 70. Jahrestagung der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte

vom 5. bis 7. April 2018 im Marcel-Callo-Haus Heilbad Heiligenstadt

 

Vom „schleichenden“ zum „brennenden“ Kulturkampf

Staat und Kirche in Thüringen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert

Programm

Donnerstag, 5. April 2018

14:00 Uhr  Verwaltungsratssitzung  (mit besonderer Einladung)

16:30 Uhr             Mitgliederversammlung

Tagesordnung : Abstimmung über den Beitritt des Bistums  Erfurt zur Gesellschaft für mittelrh.                      Kirchengeschichte, Satzungsänderung,  ggf. Wahl der  Ratsmitglieder für das Bistum Erfurt – Berichte des Vorstands und der  Kommissionsleiter (Archiv, Quellen und  Abhandlungen, Palatia Sacra, Vertriebsstelle, Geschäftsstelle, Haushalt) – Bericht der Rechnungsprüfer – Entlastung des  Vorstands –  Jahrestagung 2019 – Verschiedenes

18:00 Uhr             Abendessen

19:30 Uhr       Eröffnung der Tagung

Begrüßung (Prof. Dr. Jörg Seiler), Grußwort Bischof Dr. Ulrich Neymeyr, Grußwort Bürgermeister Thomas Spielmann, Heiligenstadt

Einführung in die Tagung: Kulturkampf im Eichsfeld Dr. Torsten Müller, Heiligenstadt

21:00 Uhr             Gemütliches Beisammensein

 

Freitag, 6. April 2018 7:30 Uhr   

Morgenlob, anschließend Frühstück

Sektion 1: Politische und theologische Rahmenbedingungen des Kulturkampfes in Thüringen, Moderation: Dr. Sebastian Holzbrecher, Erfurt

9:00 Uhr   Die Entwicklung der kath. Kirche in den thüringischen Kleinstaaten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts Dr. Martin Gebhardt, Bad Frankenhausen

9:30 Uhr         Strömungen der deutschen Theologie in der Kulturkampfzeit Prof. Dr. Klaus Unterburger, Regensburg

10:00 Uhr  Diskussion, anschließend Kaffeepause

Sektion 2: Kirch. Protagonisten im Kulturkampf in Thüringen, Moderation: Dr. Sebastian Holzbrecher, Erfurt

11:00 Uhr  Der „Athanasius von Deutschland“. Bilder und Wahrnehmungen des „Bekennerbischofs“ Konrad Martin im 19. und 20. Jahrhundert PD Dr. Stefan Gerber, Jena

11:30 Uhr  Conrad Zehrt als Bischöflicher Kommissar für das Eichsfeld Prof. Dr. Jörg Seiler, Erfurt

12:00 Uhr   Diskussion, anschließend Mittagessen

Sektion 3: Kulturkämpfe, Moderation: Dr. Michael Matscha, Erfurt

14:30 Uhr  Der Erfurter Senior Richard Bärwinkel und seine Rolle im Kulturkampf Wilhelm Georg Lindner, Jena

15:00 Uhr  Der Preußische Kulturkampf hineingetragen in das Erfurter Ursulinenkloster. Innenansichten aus einem Frauenkonvent Andrea Wittkampf, Erfurt

15:30 Uhr   Diskussion, anschließend Kaffeepause

Sektion 4: Kirchliche Architektur und Kunst in Thüringen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, Moderation: Dr. Michael Matscha, Erfurt

16:30 Uhr  Kirchenbau des Historismus in Thüringen Dr. Rainer Müller, Erfurt

17:00 Uhr  Die künstlerische Ausstattung katholischer Kirchen in Thüringen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts am Beispiel der Glasmalerei Dr. Falko Bornschein, Erfurt

17:30 Uhr  Diskussion, anschließend Abendessen

19:30 Uhr  Öffentlicher Festvortrag:   Der Kulturkampf und die   Kulturkampf-gesetzgebung   Prof. Dr. Hans-Christof Kraus, Passau
Samstag, 7. April 2018

7:00 Uhr   Frühstück

8:00 Uhr  Abfahrt zum Hülfensberg

9:15 Uhr  Pontifikalamt   mit Bischof Dr. Ulrich Neymeyr   auf dem Hülfensberg

10:30 Uhr  Führung auf dem Hülfensberg   Dr. Thomas T. Müller, Mühlhausen

12.30 Uhr  Mittagessen im Marcel-Callo-Haus Heiligenstadt  (auf Einladung des Bistums)

13:30 Uhr  Führung durch Heiligenstadt Dr. Torsten Müller, Heiligenstadt

15:30 Uhr   Ende der Tagung

 

Die Jahrestagung der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte 2018 untersucht das spannungsreiche Verhältnis von Staat und Kirche im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Der regionale Fokus wird auf Thüringen (v.a. preußische Provinz Sachsen) liegen, das kirchlich zu den Bistümern Paderborn und – in geringerem Umfang – Fulda und Würzburg gehörte. Das 1994 wiedergegründete Bistum Erfurt bringt mit dieser Themenwahl, erstmals als Vollmitglied der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte, einen bislang wenig erforschten Aspekt seiner Vorgeschichte in die wissenschaftliche Debatte ein.

In seiner Eichsfeldischen Kirchengeschichte (1892) unterschied der Bischöfliche Kommissar für das Eichsfeld, Conrad Zehrt, einen „äußeren, brennenden“ Kulturkampf, der mit dem so genannten Kanzelparagraph (Dezember 1871) begonnen habe, von einem „stillen, schleichenden“ Kulturkampf, der seit dem Übergang des Eichsfelds an Preußen (1815) geherrscht habe. Zehrt hatte (kirchen-) politische Interessen, als er diese Formulierung traf. Dies jedoch zeigt auch die neuere Forschung: Kulturkämpfe beginnen bereits lange vor der Bismarckzeit, sie stellen eine „Konstante der politischen wie auch der religiösen und kulturellen Entwicklung des ‚langen 19. Jahrhunderts‘“ (Hans-Christof Kraus) dar.

 

 

 

Konzeption

Prof. Dr. Jörg Seiler (Universität Erfurt)

Dr. Michael Matscha (Bistumsarchiv Erfurt)